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Eishockey

„Wenn Widrigkeiten kommen, bricht Deutschland ein“ – Rick Goldmann stellt vor USA-Spiel auch „Frage nach der Führung“

Rick Goldmann und Basti Schwele
Rick Goldmann und Basti Schwele

Rick Goldmann: „Wer ist der Leader? Was macht der Trainer? Wie gibt er denen das Gefühl: Leute, es wird gut!“

Rick Goldmann und Basti Schwele
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Rick Goldmann und Basti Schwele

Bonn, 19.05.2026

Gegen WM-Gastgeber und -Mitfavorit Schweiz kassiert Deutschland die dritte Niederlage in Folge. Auch wenn MagentaSport-Experte Rick Goldmann dem DEB-Team „in den ersten 25 Minuten den besten Auftritt bei dieser WM“ attestiert, folgt danach ein 1:6-Debakel. In der heutigen 4. Folge des Podcasts „WM-Spezial – Die Eishockey-Show“ betreiben Goldmann und Kommentator Basti Schwele Ursachenforschung, warum es der Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis gerade an Sicherheit fehlt und was jetzt gebraucht wird, um den Kopf von den negativen Gedanken befreien. Gegen Olympiasieger USA (morgen live ab 19.30 Uhr bei MagentaSport und MagentaTV) muss eine absolute Topleistung her, um die Minimalchance auf das Viertelfinale zu wahren! Rick Goldmann bemängelt, „dass Deutschland nicht dagegenhalten kann, sondern dass es einbricht, wenn Widrigkeiten kommen.“ Für ihn stellt sich damit einhergehend „natürlich dann die Frage nach der Führung: Wer ist der Leader? Was macht der Trainer? Wie gibt er denen das Gefühl: Leute, es wird gut!“ Verwundert ist er über die anhaltende Special-Teams-Schwäche: „Unterzahl – das war bei Olympia nicht gut, letztes Jahr bei der WM nicht gut. Hat mit gekostet und jetzt auch wieder zwei Treffer. Dein Powerplay läuft auch nicht. Es sind aber Special-Teams-Spieler mit dabei. Das ist nicht wirklich greifbar, warum das nicht umgesetzt wird oder warum die Special Teams so einen Einbruch haben.“

 

Mit Blick auf die Führungsstärke im DEB-Team glaubt Goldmann zumindest, „dass da Charaktere drin sind, die eine Mannschaft führen können. Das ist die Frage: Wie viel Raum gibst du diesen Spielern? Übernehmen diese Spieler diesen Raum? [..] Wenn man sich das anschaut, wie Harry grundsätzlich so gecoacht hat – auch in der Vergangenheit –, ist das was, was er eher forciert. Ob das eingenommen wird, ist tatsächlich schwer zu beurteilen.“ Wie kann die deutsche Nationalmannschaft das Ruder noch rumreißen? Rick Goldmann: „Es ist tatsächlich eine Sache, die muss die Mannschaft jetzt regeln! Man kann schon mal mit drei Niederlagen in einem Turnier starten, wenn danach alle Gegner kommen, die du schlägst. […] Jetzt hast du aber null Punkte. Deine Special Teams schauen nicht gut aus. Und insgesamt haben wir von allen gehört: Schierer Frust! Und das musst du jetzt bewältigen!“ Seine Empfehlung für den freien Tag heute: „Schick‘ sie mal einen Tag weg von der Arbeit! Mach‘ was anderes. Sprich‘ über was anderes. Hab‘ Spaß gemeinsam. Versteh‘ dich als Team und versteh‘ dich da als guter Typ. Find‘ einen Weg, gemeinsam zurückzugehen, zu lachen, und dann zurückzukehren und zu sagen: Passt auf, USA ist die letzte Chance, annähernd nur noch ein Beinchen ins Viertelfinale-Türchen zu stellen. Let‘s do it!“

 

Nachfolgend die wichtigsten Aussagen von MagentaSport-Experte Rick Goldmann aus dem heutigen Podcast „WM-Spezial – Die Eishockey-Show – Folge 4“. Bei Verwendung bitte MagentaSport als Quelle angeben. Den „WM-Spezial – Die Eishockey-Show“-Podcast gibt‘s während der WM immer morgens nach den deutschen Spielen ab 07.00 Uhr und on-demand – die nächste Folge am Donnerstagmorgen ab 07.00 Uhr. Mit dabei sind wechselnde Duos aus der Besetzung Moritz Müller, Rick Goldmann, Basti Schwele und Sascha Bandermann. Heute steht ab 16.00 Uhr das Spiel Lettland gegen Österreich auf dem Programm. Morgen gibt’s live ab 19.30 Uhr das Must-Win-Game für die deutsche Nationalmannschaft gegen Olympiasieger USA – live bei MagentaSport und MagentaTV.

 

MagentaSport-Experte Rick Goldmann über…

 

… das Schweiz-Spiel – nachdem er und Basti Schwele nach dem 1:6-Debakel „ganz ehrlich sagen müssen, dass wir uns ein bisschen Zeit gelassen haben, uns zu finden“: „Es ist schon so, dass man sich die Schweiz anders vorstellt. Aber man muss dann auch festhalten, dass das Ergebnis mit 1:6 in Ordnung geht. Ich glaube, Deutschland hat 25 Minuten lang das beste Spiel bisher im Turnier gezeigt. Aber dann auch durch unterschiedliche Gründe das Spiel verloren. Und am Schluss war es ein Klassenunterschied. Das muss man so festhalten.“

 

… fehlende Sicherheit und Stabilität im deutschen Team: „Das ist die schwierigste Frage: Warum fehlt die Sicherheit? Und wer kann die Sicherheit geben? Wie kannst du einer Mannschaft Sicherheit geben? Wer macht das? Normalerweise muss einer sich einfach da vorne im Wind reinstellen und sagen: Hör mal zu, wir machen das schon! Ruhe ausstrahlen. Das bringt jetzt auch nichts, drauf zu hauen. Das kannst du in der Saison machen, wenn du in der Liga bist. Aber jetzt bei so einem Turnier geht es eher darum, dass du unbekümmert bist, dass du leicht bist, dass du auch Spaß hast und einen Flow hast. Aber es ist natürlich schon zu erkennen, dass wenn Widrigkeiten kommen, Deutschland nicht dagegenhalten kann, sondern dass es einbricht. […] Es ist natürlich dann die Frage nach der Führung. […] Wer ist der Leader? Was macht der Trainer? Wie stellt sich der vorne rein? Wie nimmt er den Druck vielleicht weg? Wie gibt er denen das Gefühl: Leute, es wird gut!"

 

… die Special-Teams-Schwächen: „Unterzahl – das war bei Olympia nicht gut, letztes Jahr bei der WM nicht gut. Hat mit gekostet und jetzt auch wieder zwei Treffer, die du hinnehmen musst. Dein Powerplay läuft auch nicht. Es sind aber Special-Teams-Spieler mit dabei. Das ist nicht wirklich greifbar, warum das nicht umgesetzt wird oder warum die Special Teams so einen Einbruch haben.“

 

… Powerplay-Probleme: „Nach dem Pfostenschuss entsteht mit einem Mann mehr der Gegentreffer, das 0:1 – das ist ja auch sinnbildlich bisher für diese WM: Du hast einen Schuss vorne, den lässt du liegen. Null Effizienz in diesem Turnier. Da kommt natürlich auch noch Pech dazu und es geht in die andere Richtung. Dann zaubern die das raus, dass Houdini Beifall klatscht oben. Das ist auch die Schweizer Eishockey-Qualität, dass die das kann.“

 

… die Schweiz als Turnier-Mitfavorit: „Das ist inzwischen schon ein Paket, das über Jahre wirklich gewachsen ist, das immer spielerische Klasse hatte, aber im Laufe der Zeit Add-ons bekommen hat wie Körperspiel, mehr Wille, Glaube – und dann ist die mentale Stärke noch dazugekommen. Und in der Kombi ist es jetzt so, dass die zweimal im Finale waren. Und wenn man ehrlich ist: Deutschland hat letztes Jahr nicht einmal die Top 8 geschafft. Und dann läuft es natürlich schon ein bisschen diametral momentan zwischen der Schweiz und Deutschland. Weil die Schweiz hat so gewisse Sachen, die Deutschland besser gemacht hat, in ihr Spiel dazu gepackt. Die hatten vorher viele Werkzeuge – aber die haben nie eine Werkzeugkiste gehabt. Jetzt haben sie die Werkzeugkiste ja auch. Dementsprechend spielen sie auch dieses Jahr für mich um die Weltmeisterschaft.“

 

… Leadership und Mannschaftsdynamik in der DEB-Auswahl: „Das ist, was ein Team ausmacht, wie ein Team funktioniert. Das muss nicht nur der Trainer machen und das muss nicht nur der Kapitän machen. Sondern das müssen zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Leute machen. Die sich auch dazu berufen fühlen, das zu machen. Natürlich wird die Frage von außen kommen: Warum sind vielleicht die einen oder anderen Torschützen nicht dabei, die da oben noch drin standen? Wie ein Karachun oder wie ein Blank, wenn die Treffer nicht fallen. Das sind die Fragen, die der Trainer sich immer gefallen lassen muss. Man muss ja auch fragen, ob sie berechtigt sind. Oder ob die Mannschaft noch jünger hätte sein müssen. Oder, oder, oder… Das ist natürlich klar, was jetzt kommt. Aber du nominierst nicht nur Spieler nach Punkten und nach Rollen, sondern es geht auch um Charaktere. Und ich glaube, dass da Charaktere drin sind, die eine Mannschaft führen können. Das ist die Frage: Wie viel Raum gibst du diesen Spielern? Übernehmen diese Spieler diesen Raum? Ist dieser Raum da? Ist dieser Raum gewünscht? Wenn man sich das anschaut, wie Harry grundsätzlich so gecoacht hat – auch in der Vergangenheit –, ist das was, was er eher forciert. Ob das eingenommen wird, ist tatsächlich schwer zu beurteilen.“

 

… den Ausblick auf die restlichen Spiele – angefangen mit dem Must-Win-Game gegen die USA morgen: „Es ist tatsächlich eine Sache, die muss die Mannschaft jetzt regeln! Man kann schon mal mit drei Niederlagen in einem Turnier starten, wenn danach alle Gegner kommen, die du schlägst. Jetzt muss man realistisch auch sagen: Es kommt noch Großbritannien, es kommt noch Österreich, es kommt noch Ungarn. Da musst du gewinnen. Da gibt es keine zweite Chance. Dann hast du aber noch die USA. Und jetzt gehen wir eigentlich zurück auf ein Spiel. Hättest du gestern gegen Lettland gewonnen, wäre diese Partie heute vielleicht nicht ganz so groß da draußen gehängt. Jetzt hast du aber null Punkte. Deine Special Teams schauen nicht gut aus. Und insgesamt haben wir von allen gehört: Schierer Frust! Und das musst du jetzt bewältigen. Das darf man auch nicht vergessen. Ich finde es super, dass der Tag frei ist. Du hast ja momentan mit dem Eisstadion negative Gedanken. Du hast keine positiven Gedanken. Weder die Special-Teams-Leute – Unterzahl, Überzahl –, noch die Leute, die Tore erzielen sollen, noch die Leute, die Tore verhindern sollen. Das heißt: Schick‘ sie mal einen Tag weg von der Arbeit. Mach‘ was anderes. Sprich‘ über was anderes. Hab‘ Spaß gemeinsam. Hab‘ Spaß im Team. Versteh‘ dich als Team und versteh‘ dich da als guter Typ. Find‘ einen Weg, gemeinsam zurückzugehen, zu lachen, und dann zurückzukehren und zu sagen: Passt auf, USA ist die letzte Chance, annähernd nur noch ein Beinchen ins Viertelfinale-Türchen zu stellen. Let‘s do it!“

 

… Jonas Stettmers Debüt im deutschen Tor – einer der wenigen Lichtblicke gestern Abend: „Wie er reingegangen ist in die Partie – die Art und Weise, wie er gehalten hat, auch die Körperhaltung: Die war schon sehr positiv! Aber das natürlich in seiner ersten Partie gegen einen Gastgeber zu zeigen – das hat schon Eier. Punkt! Insgesamt tut es mir leid: Er kann bei den ersten drei Treffern nichts machen. Das ist herausgespielt. Da hältst du nichts. Und er bleibt drin die 60 Minuten. Ich finde, er hält eigentlich diesen Spielstand noch fest mit sechs Gegentreffern.“

 

Link zur aktuellen Folge des „Eishockey-Show – WM-Spezial“-Podcasts auf YouTube: www.youtube.com/watch?v=anrtE3Kc6Ic

 

 

Eishockey live bei MagentaSport und MagentaTV

IIHF WM 2026 | Gruppenphase

 

Dienstag, 19.05.2026

ab 16.00 Uhr: Lettland – Österreich

 

Mittwoch, 20.05.2026

ab 19.30 Uhr: Deutschland – USA

 

Donnerstag, 21.05.2026

ab 16.00 Uhr: Lettland – Finnland

 

Freitag, 22.05.2026

ab 15.30 Uhr: Deutschland – Ungarn

 

Samstag, 23.05.2026

ab 19.30 Uhr: Deutschland – Österreich

 

Sonntag, 24.05.2026

ab 20.00 Uhr: Österreich – Finnland

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