Fußball

Didi Hamann über BVB-Pleite in der Champions League, Bayern und Frankfurt

Hamann nennt auch seinen Favoriten für den Trainerposten in Frankfurt.

Unterföhring, 22.01.2026

Bayern siegt im Schongang und spart Kräfte

Der FC Bayern hat durch das 2:0 gegen Union Saint-Gilloise das Achtelfinale erreicht und sich zwei Playoff-Spiele erspart. Auch wenn die Münchner zuletzt nicht mehr so dominant aufgetreten sind wie beim Sieg in Paris im November, haben sie es bisher wunderbar gemacht.

Die Bayern haben in der ersten Saisonhälfte immer hohen Aufwand betrieben und sind sehr viel gelaufen. Deswegen muss man versuchen, Pflichtaufgaben wie die am Mittwochabend mit dem geringstmöglichen Aufwand zu gewinnen.


Dortmund fehlte die Einstellung

Enttäuschend war hingegen das Auftreten von Borussia Dortmund am Dienstag beim 0:2 bei Tottenham. Die Niederlage war eine Folge fehlender Einstellung, sie haben einen verunsicherten Gegner stark gemacht. Ich war in London im Stadion, der BVB hat dort gegen eine Mannschaft, die mit Kolo Muani nur einen Lizenzspieler auf der Bank hatte, eine Riesenchance verpasst, unter die ersten Acht zu kommen.

Mit einem Sieg hätten die Dortmunder nächste Woche zu Hause ein Endspiel um das Erreichen des Achtelfinales gehabt.


Verlorene Verlässlichkeit unter Kovac

Gegen Inter muss nun mindestens ein Punkt her, um in der Abschlusstabelle unter die ersten Zwölf, mindestens unter die ersten 16 zu kommen, und dann im Playoff-Rückspiel Heimrecht zu haben. Wenn die Dortmunder unter Niko Kovac immer einen großen Trumpf hatten, war es ihre Verlässlichkeit. Ihr Charakter und ihre Mentalität hat sie in den vergangenen Monaten ausgezeichnet.

In London waren sie in der ersten Hälfte gar nicht präsent. Sie haben ein Gesicht gezeigt, was ich so von ihnen unter Kovac noch nicht gesehen hatte.


BVB muss in jedem Spiel an seine Grenzen gehen

Das Spiel in der Bundesliga gegen St. Pauli hätte eigentlich ein Weckruf sein sollen, aber einige dachten wohl, dass es in London mit einem Schritt weniger geht. Um ihre fehlende spielerische Klasse auszugleichen, müssen sie in jedem Spiel an ihren Grenzen gehen. Sie müssen einen unheimlich hohen Aufwand betreiben, um Ergebnisse zu erzielen - und das geht nicht ewig gut.

Man darf auch nicht vergessen, dass der BVB im Sommer die Klub-WM gespielt hat. Das könnte gegen Ende der Saison ein Faktor werden.


Der Offensive fehlt es an internationaler Klasse

Was den Kader betrifft, sind sie hinten stabil, aber vorne haben sie Probleme. Das Zentrum ist mit Nmecha, Sabitzer und Chukwuemeka gut besetzt. Man hat im Sommer Bellingham und Silva in der Hoffnung geholt, dass diese Spieler ihre Marktwerte in zwei oder drei Jahren verdoppeln oder verdreifachen. Silva zeigt super Ansätze, war aber lange verletzt und hat erst ein Tor erzielt.

Guirassy trifft im Moment nicht, Adeyemi ist weit von seiner guten Form der Vorrunde entfernt und Beiers Leistungen sind in seinem zweiten Jahr in Dortmund enttäuschend. Brandt ist der einzige Kreativspieler, mehr Optionen hat Kovac nicht. Die Spieler sind im Moment nicht internationale Klasse, das muss man ganz klar sagen. Wie willst du dir dann Chancen erarbeiten und Tore machen?


Für Frankfurt wäre Roger Schmidt mein Favorit

Frankfurts Schwachstelle ist die Defensive. Was du als Trainer am schnellsten und einfachsten beeinflussen kannst, ist einer Mannschaft hinten Stabilität zu geben. Das hat Dino Toppmöller nicht geschafft und das ist auch Interimstrainer Dennis Schmitt beim 2:3 bei Qarabag Agdam noch nicht gelungen. Mit einem Sieg hätte man eine Chance gehabt, trotz ihres Hammer-Programms in der Champions League noch die Playoffs zu erreichen.


Von den Trainerkandidaten, die gehandelt werden, fände ich für die Eintracht Roger Schmidt am besten. Ich weiß nicht, ob er seinen Berater-Job in Japan aufgeben will, aber ich würde zu Schmidt tendieren.

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