Mirko Slomka erklärt in seiner neuen Kolumne für Sky Sport, wie die Besitzer der Premier-League-Klubs arbeiten. Dabei räumt er mit dem Vorurteil auf, dass reiche Owner der Grund sind für die finanzielle Potenz der Vereine auf dem Transfermarkt.
Unterföhring, 24.09.2025
Es ist eines der großen Fußball-Themen dieser Saison: Kaufen uns despotische Scheichs mit ihren Öl-Milliarden als Premier-League-Klub-Eigner die Bundesliga kaputt? Zeit, dieses Thema einmal nüchtern zu betrachten. Wer sind eigentlich die Besitzer der Premier League-Klubs und wie arbeiten sie?
Nur zwei Besitzer aus arabischen Staaten
Dazu muss man erst einmal feststellen, dass von den 20 Klubs der Premier League gerade einmal zwei Besitzer aus arabischen Staaten kommen. Newcastle United (die unter anderem Nick Woltemade für mindestens 85 Millionen Euro plus Boni Ablöse verpflichtet haben) wird auch mit Geld aus Saudi-Arabien gestützt, Manchester Citys finanzielle Power fußt unter anderem auf dem Geld aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die überwiegende Mehrzahl der Besitzer englischer Premier League-Klubs kommen aber aus den USA (zehn) und England (fünf).
Wie arbeiten die "Owner" und was treibt sie an? Viele von ihnen besitzen gleichzeitig Franchises aus dem US-Sport. So besitzt allein Arsenals Stan Kroenke die Los Angeles Rams (NFL), die Denver Nuggets (NBA), die Colorado Avalanche (NHL) sowie die Colorado Rapids (MLS).
Wrexham als Beispiel für US-Besitzer
Das muss man wissen, um zu verstehen, wie diese Leute arbeiten. Sie orientieren sich im Rahmen der europäischen Fußball-Regularien am US-Sport, der in vielerlei Hinsicht konträr zur Fußball-Bundesliga verläuft. Konkret kann man diesen Prozess am walisischen Klub Wrexham AFC praktisch in Echtzeit beobachten.
Der Klub spielte in der 5. Liga, als ihn die US-Filmstars Ryan Reynolds und Rob Mac (ehemals bekannt als Rob McElhenney, Anm. d. Red.) vor vier Jahren für zweieinhalb Millionen US-Dollar gekauft haben. Die praktisch erste Amtshandlung des Duos war, Mark Cartwright zu kontaktieren.
Der Ex-Torwart des Wrexham AFC war mittlerweile Technischer Direktor beim damaligen Premier League-Klub Stoke City. Und obwohl Cartwright absagte, zeigt dieser Vorgang, wie groß und professionell die Amerikaner denken.
Reynolds und Mac investierten in Know-How und Infrastruktur des Klubs. Sie modernisierten und vergrößerten zudem die Trainingsanlagen sowie das Stadion. Zudem nutzten die beiden ihre Prominenz und ließen eine vielbeachtete Serie über den AFC drehen, die in Deutschland auf Disney+ und auch bei Sky Sport zu sehen ist. Heute wird der Wert des Klubs, der mittlerweile wie Stoke in der Championship spielt, auf rund 100 Millionen US-Dollar geschätzt und Reynolds/Mac haben in diesem Jahr 15 Prozent Minderheitsbeteiligungen an zwei zusätzliche Investoren verkauft
Gewinn als oberstes Ziel
Und so muss man sich die US-Investoren englischer Klubs vorstellen: Es sind Geschäftsleute, die in ein Projekt investieren, um später Gewinn daraus zu erzielen. Dazu müssen sie erfolgreich sein. Dann funktioniert es unter anderem über den Verkauf von Anteilen, aber auch über Tantiemen bei Gewinn-Überschuss oder durch Werbung.
Viele Klubs haben daher feste Budgets, mit denen sie arbeiten müssen. Und längst nicht jeder Verein kann die in Deutschland kolportierten Fantasiegehälter zahlen. Das große Geld der Premier League kommt aus TV-Verträgen und vor allem der Auslandsvermarktung.
Kontakt
Sky Sport-PRMedienallee 26
DE-85774 Unterföhring
+49 89 99 58-68 83
Sky-Sport-PR@sky.de
Social Media & Links
FacebookX
YouTube
TikTok
Homepage
Themen
» Bundesliga» Fußball
Aktionen
Download als TXTMehr von Sky Sport-PR
Bayerns Sportvorstand Eberl zu Kompanys Rede: „Mich hat es brutal berührt“
Die wichtigsten Stimmen im Vorlauf zu den Samstagnachmittagspartien des 23. Spieltags der Fußball-Bundesliga bei Sky. Vincent Kompany (Trainer FC Bayern München) … … zum Umgang mit seinem Statement über Rassismus: „Ich war vorher in der Spielvorbereitung und bin jetzt im Spielmodus. Dieser schöne Sport bringt wieder 75.000 Leute zusammen. Für mich geht es heute rein um das Sportliche. Ich hoffe, dass es in den meisten Fällen auch rein um das Sportliche geht und wir das eigentlich ...
Wolfsburgs Trainer Bauer zählt sein Team an: „So werden wir die Klasse nicht halten“
Die wichtigsten Stimmen zu den Samstagnachmittagspartien des 23. Spieltags der Fußball-Bundesliga bei Sky. Vincent Kompany (Trainer FC Bayern München) … zum Spiel: „Vom Gefühl waren wir zu locker, wir haben viele Möglichkeiten vergeben. Nach unserer dominanten Phase wäre ein 3:0 verdient gewesen. Den ersten Fehler von Harry kann ich einordnen, solche Momente passieren einem Stürmer im Strafraum. Das zweite Tor schenken wir dann her und danach hat Frankfurt richtig gepusht. Wir haben...
Leipzigs Kapitän Raum nach verspielter Führung: „Schwer enttäuscht, richtig wütend und richtig sauer“
Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 23. Spieltags der Fußball-Bundesliga zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund (2:2) bei Sky. Ole Werner (Trainer RB Leipzig) ... … zum Grund für den späten Punktverlust: „Wir haben es nicht geschafft, noch einmal einen Konter zu setzen. Vor allem haben wir in den letzten zehn Minuten keine klaren Entscheidungen im Ballbesitz getroffen. Dortmund hat von der Bank noch einmal Qualität gebracht und dem Spiel eine andere Richtung gegeben...
FSV-Torschütze Amiri nach Remis gegen den HSV: „Muss für uns in der Situation eigentlich ein Pflichtsieg sein“
Die wichtigsten Stimmen zum Freitagabendspiel des 23. Spieltags der Fußball-Bundesliga zwischen 1. FSV Mainz 05 und Hamburger SV (1:1) bei Sky. Urs Fischer (Trainer 1. FSV Mainz 05) ... … zum Regelverstoß beim Gegentor: „Die offensive Mauer des Gegners muss einen Meter Abstand zu unserer Mauer haben. Man kann sich die Bilder anschauen: Der HSV-Spieler steht eigentlich fast in unserer Mauer. Das ist dann strafbar, es wäre ein indirekter Freistoß für uns gewesen. Der Schiedsrichter...